Hash­i­mo­to & Kin­der­wunsch: Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to

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Frau mit Hashimoto berührt die Schilddrüse

Du hast Hash­i­mo­to und einen Kin­der­wunsch? Dann bist du hier genau rich­tig. Die Dia­gno­se Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis kann zunächst ver­un­si­chern – beson­ders wenn du dir ein Baby wünschst. Die gute Nach­richt: Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to ist abso­lut mög­lich! Mit der rich­ti­gen Ein­stel­lung der Schild­drü­se kannst du trotz Hash­i­mo­to schwan­ger wer­den und ein gesun­des Kind bekom­men. In die­sem Arti­kel erfährst du alles, was du über Hash­i­mo­to und Kin­der­wunsch wis­sen musst – von den opti­ma­len TSH-Wer­ten über mög­li­che Risi­ken bis hin zu kon­kre­ten Tipps für dei­nen Weg zum Wunsch­kind.

Was ist Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis?

Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis ist eine Auto­im­mun­erkran­kung, bei der das Immun­sys­tem die eige­ne Schild­drü­se angreift. Dabei bil­det der Kör­per Anti­kör­per (vor allem TPO-Anti­kör­per) gegen das Schild­drü­sen­ge­we­be, was zu einer chro­ni­schen Ent­zün­dung führt. Mit der Zeit wird die Schild­drü­se dadurch geschä­digt und pro­du­ziert immer weni­ger Schild­drü­sen­hor­mo­ne – es ent­steht eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on (Hypo­thy­reo­se).

Etwa 5 Pro­zent der Bevöl­ke­rung sind von Hash­i­mo­to betrof­fen, wobei Frau­en rund zehn­mal häu­fi­ger erkran­ken als Män­ner. Die Erkran­kung beginnt typi­scher­wei­se zwi­schen dem 30. und 50. Lebens­jahr – also genau in der Zeit, in der vie­le Frau­en ihren Kin­der­wunsch ver­wirk­li­chen möch­ten.

Typi­sche Sym­pto­me einer Hash­i­mo­to-beding­ten Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on sind Müdig­keit und Erschöp­fung, Gewichts­zu­nah­me trotz nor­ma­ler Ernäh­rung, Käl­te­emp­find­lich­keit und häu­fi­ges Frie­ren, tro­cke­ne Haut und brü­chi­ge Haa­re, Ver­stop­fung und Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­me sowie depres­si­ve Ver­stim­mun­gen.

Lese­tipp: Du fragst dich, war­um du nicht schwan­ger wirst? Eine uner­kann­te Schild­drü­sen­stö­rung kann eine der Ursa­chen sein.

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Wie beein­flusst Hash­i­mo­to die Frucht­bar­keit?

Die Schild­drü­se ist ein ech­tes Schlüs­sel­or­gan für die Frucht­bar­keit. Die Schild­drü­sen­hor­mo­ne T3 und T4 beein­flus­sen nahe­zu alle Stoff­wech­sel­pro­zes­se im Kör­per – auch den weib­li­chen Zyklus und die Fort­pflan­zung.

Bei einer Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on durch Hash­i­mo­to kann es zu ver­schie­de­nen Pro­ble­men kom­men, die den Kin­der­wunsch erschwe­ren. Zyklus­stö­run­gen sind häu­fig: Die Peri­ode kann unre­gel­mä­ßig wer­den, zu stark oder zu schwach aus­fal­len, oder ganz aus­blei­ben. Auch Eisprung­pro­ble­me tre­ten auf, denn ohne aus­rei­chend Schild­drü­sen­hor­mo­ne kann der Eisprung gestört sein oder kom­plett aus­blei­ben.

Eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung ist die Gelb­kör­per­schwä­che. Die zwei­te Zyklus­hälf­te kann ver­kürzt sein, was die Ein­nis­tung erschwert. Zusätz­lich kön­nen eine ver­min­der­te Eizell­qua­li­tät und ein erhöh­tes Fehl­ge­burts­ri­si­ko auf­tre­ten.

Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en zei­gen, dass Frau­en mit Hash­i­mo­to und Schild­drü­sen­an­ti­kör­pern signi­fi­kant häu­fi­ger unter einem uner­füll­ten Kin­der­wunsch lei­den als Frau­en ohne die­se Erkran­kung. Aber kei­ne Sor­ge – mit der rich­ti­gen Behand­lung ste­hen dei­ne Chan­cen gut.

Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to: Ist das mög­lich?

Die kla­re Ant­wort lau­tet: Ja! Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to ist defi­ni­tiv mög­lich. Bei guter Hor­mon­ein­stel­lung kannst du ganz nor­mal schwan­ger wer­den und gesun­de Kin­der bekom­men. Das bestä­ti­gen auch zahl­rei­che Erfah­rungs­be­rich­te von Frau­en, die trotz Hash­i­mo­to ihren Kin­der­wunsch erfül­len konn­ten.

Der Schlüs­sel zum Erfolg liegt in der opti­ma­len Schild­drü­sen­ein­stel­lung. Wenn dei­ne Schild­drü­sen­wer­te gut ein­ge­stellt sind, unter­schei­den sich dei­ne Chan­cen auf eine Schwan­ger­schaft kaum von denen gesun­der Frau­en.

Was du für das schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to brauchst, ist vor allem eine früh­zei­ti­ge Dia­gno­se und Behand­lung, ein gut ein­ge­stell­ter TSH-Wert (meist unter 2,5 mU/l, bei Anti­kör­pern häu­fig im unte­ren Norm­be­reich), regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len beim Arzt sowie etwas Geduld bei der Ein­stel­lung.

Vie­le Frau­en berich­ten, dass sie nach der rich­ti­gen Ein­stel­lung ihrer Schild­drü­se schnell schwan­ger wur­den. Ande­re brauch­ten etwas mehr Zeit oder zusätz­li­che Unter­stüt­zung durch eine Kin­der­wunsch­kli­nik. Wich­tig ist: Gib nicht auf! Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to erfor­dert manch­mal etwas mehr Pla­nung und ärzt­li­che Beglei­tung, aber es ist abso­lut rea­lis­tisch.

TSH-Wert bei Kin­der­wunsch: Wel­cher Wert ist opti­mal?

Der TSH-Wert (Thy­reo­idea-sti­mu­lie­ren­des Hor­mon) ist der wich­tigs­te Wert zur Beur­tei­lung der Schild­drü­sen­funk­ti­on. Ver­ein­facht gesagt: Je höher der TSH-Wert, des­to mehr ver­sucht dein Kör­per, die Schild­drü­se zur Hor­mon­pro­duk­ti­on anzu­re­gen – ein Zei­chen für eine Unter­funk­ti­on.

Die Nor­mal­wer­te für TSH lie­gen bei Erwach­se­nen zwi­schen 0,27 und 4,2 mU/l. Bei Kin­der­wunsch gel­ten jedoch etwas stren­ge­re Maß­stä­be.

Bei Kin­der­wunsch emp­feh­len vie­le Fach­ge­sell­schaf­ten einen TSH-Wert unter 2,5 mU/l. Bei Hash­i­mo­to mit posi­ti­ven Anti­kör­pern wird oft ein TSH im unte­ren Norm­be­reich ange­strebt – die genaue Ziel­span­ne soll­te aber immer indi­vi­du­ell mit dem behan­deln­den Arzt fest­ge­legt wer­den.

Bei einem TSH-Wert über 4,2 mU/l wird grund­sätz­lich zu einer Behand­lung mit Schild­drü­sen­hor­mo­nen gera­ten. Bei Wer­ten zwi­schen 2,5 und 4,2 mU/l hängt die The­ra­pie­ent­schei­dung davon ab, ob Schild­drü­sen­an­ti­kör­per vor­lie­gen. Sind TPO-Anti­kör­per posi­tiv, wird auch hier meist eine Behand­lung emp­foh­len.

Die frei­en Schild­drü­sen­hor­mo­ne fT3 und fT4 soll­ten sich dabei im Norm­be­reich befin­den, wobei fT4 eher im obe­ren Norm­be­reich lie­gen soll­te.

Die rich­ti­ge Schild­drü­sen­ein­stel­lung bei Kin­der­wunsch

Die Behand­lung einer Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis erfolgt durch die täg­li­che Ein­nah­me von Schild­drü­sen­hor­mo­nen – in der Regel L‑Thyroxin (T4). Wich­tig zu wis­sen: Die Ein­stel­lung kann eini­ge Mona­te dau­ern und erfor­dert Geduld.

Häu­fig wird bei Kin­der­wunsch ein TSH im unte­ren Norm­be­reich ange­strebt. Das opti­ma­le Ziel soll­te aber immer indi­vi­du­ell mit dei­nem Arzt fest­ge­legt wer­den, da es von ver­schie­de­nen Fak­to­ren abhängt – etwa der Höhe der Anti­kör­per, dem Jod­sta­tus und dei­ner per­sön­li­chen Situa­ti­on.

Die Ein­nah­me von L‑Thyroxin erfolgt mor­gens nüch­tern, min­des­tens 30 Minu­ten vor dem Früh­stück. Kal­zi­um­hal­ti­ge Nah­rungs­mit­tel, Kaf­fee und bestimm­te Medi­ka­men­te kön­nen die Auf­nah­me beein­träch­ti­gen.

Es kann zu Krank­heits­schü­ben kom­men, die die Ein­stel­lung erschwe­ren. Grund­sätz­lich gilt: Je län­ger die Hash­i­mo­to-Erkran­kung bereits besteht, des­to auf­wän­di­ger kann die kor­rek­te Ein­stel­lung sein.

Regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len alle vier bis acht Wochen sind wich­tig, bis sta­bi­le Wer­te erreicht sind.

Hash­i­mo­to und Fehl­ge­burts­ri­si­ko

Ein wich­ti­ges The­ma für Frau­en mit Hash­i­mo­to ist das Fehl­ge­burts­ri­si­ko. Hier ist es wich­tig, zwei Aspek­te zu unter­schei­den:

Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on: Eine unbe­han­del­te oder schlecht ein­ge­stell­te Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on erhöht das Risi­ko für wie­der­hol­te Fehl­ge­bur­ten nach­weis­lich. Wenn die Hypo­thy­reo­se gut behan­delt ist, lässt sich ein gro­ßer Teil die­ses zusätz­li­chen Risi­kos redu­zie­ren.

TPO-Anti­kör­per: Stu­di­en zei­gen, dass TPO-Anti­kör­per unab­hän­gig von den Schild­drü­sen­wer­ten mit einem leicht erhöh­ten Risi­ko für Fehl- oder Früh­ge­bur­ten ver­bun­den sein kön­nen. Wich­tig zu wis­sen: Eine vor­beu­gen­de L‑Thy­ro­xin-Gabe bei Frau­en mit nor­ma­len Schild­drü­sen­wer­ten, aber posi­ti­ven Anti­kör­pern, hat die­ses Risi­ko in Stu­di­en nicht ein­deu­tig sen­ken kön­nen.

TPO-Anti­kör­per grei­fen die Schild­drü­se des Kin­des nicht direkt an – anders als etwa TSH-Rezep­tor-Anti­kör­per bei Mor­bus Base­dow. Die Anti­kör­per wer­den zwar über die Pla­zen­ta über­tra­gen, kön­nen aber die Schild­drü­sen­zel­len des Kin­des nicht zer­stö­ren.

Das Wich­tigs­te ist daher: Lass dei­ne Schild­drü­sen­wer­te regel­mä­ßig kon­trol­lie­ren und besprich mit dei­nem Arzt, wel­che Stra­te­gie für dich indi­vi­du­ell die rich­ti­ge ist.

Schwan­ger mit Hash­i­mo­to: Was du beach­ten soll­test

Wenn du schwan­ger bist, ändert sich eini­ges. Der Bedarf an Schild­drü­sen­hor­mo­nen steigt in der Schwan­ger­schaft um etwa 25 bis 50 Pro­zent, da vie­le Stoff­wech­sel­vor­gän­ge zuneh­men.

Vie­le Exper­ten emp­feh­len daher, bei bekann­ter Hypo­thy­reo­se mit L‑Thyroxin die Dosis nach Fest­stel­len der Schwan­ger­schaft um etwa 25 bis 30 Pro­zent zu erhö­hen. In der Pra­xis bedeu­tet das zum Bei­spiel, an zwei Tagen pro Woche eine zusätz­li­che Tablet­te ein­zu­neh­men. Besprich das genaue Vor­ge­hen aber immer mit dei­nem Arzt, da die rich­ti­ge Anpas­sung von dei­ner bis­he­ri­gen Dosis abhängt.

In der Schwan­ger­schaft wird häu­fig ein TSH im unte­ren Norm­be­reich ange­strebt, meist unter 2,5 mU/l im ers­ten Tri­me­non. Die genaue Ziel­span­ne hängt aber vom Labor und dei­ner indi­vi­du­el­len Situa­ti­on ab – neue­re Emp­feh­lun­gen beto­nen hier die Indi­vi­dua­li­sie­rung. Die frei­en Schild­drü­sen­hor­mo­ne soll­ten im Norm­be­reich sein. Kon­troll­un­ter­su­chun­gen soll­ten alle vier Wochen statt­fin­den.

Eine posi­ti­ve Über­ra­schung: Bei vie­len Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen bes­sern sich die Beschwer­den wäh­rend der Schwan­ger­schaft. Das Schwan­ger­schafts­hor­mon Pro­ges­te­ron schwächt das Immun­sys­tem ab, sodass die Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on in der Schild­drü­se nach­lässt.

Nach der Geburt soll­te die Schild­drü­sen­do­sis in Abspra­che mit dem Arzt wie­der ange­passt wer­den. Ach­tung: In den Mona­ten nach der Ent­bin­dung kann es durch den Rück­gang des Pro­ges­te­rons zu Hash­i­mo­to-Schü­ben kom­men, die eng­ma­schi­ge Kon­trol­len erfor­dern.

Wich­tig für stil­len­de Müt­ter: Du kannst trotz Hash­i­mo­to beden­ken­los stil­len. Die Vor­milch in den ers­ten Wochen ent­hält zwar gerin­ge Men­gen an Anti­kör­pern, die­se sind aber unbe­denk­lich.

Jod und Selen bei Hash­i­mo­to und Kin­der­wunsch

Die Fra­ge nach der Jod­zu­fuhr ist bei Hash­i­mo­to ein sen­si­bles The­ma. Grund­sätz­lich wird Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen oft gera­ten, auf eine ver­mehr­te Jod­auf­nah­me zu ver­zich­ten, da zu viel Jod die Schild­drü­sen­ent­zün­dung ver­schlim­mern kann.

Bei Kin­der­wunsch und Schwan­ger­schaft gel­ten jedoch ande­re Regeln. Jod­man­gel kann beim unge­bo­re­nen Kind zu schwe­ren Ent­wick­lungs­stö­run­gen füh­ren. Stu­di­en zei­gen, dass selbst ein gerin­ger Jod­man­gel die geis­ti­ge Ent­wick­lung des Kin­des beein­träch­ti­gen kann.

In Deutsch­land wird Frau­en mit Kin­der­wunsch und Schwan­ge­ren meist eine Jod­sup­ple­men­tie­rung von 100 bis 150 µg pro Tag emp­foh­len, sodass ins­ge­samt etwa 230 bis 260 µg Jod pro Tag erreicht wer­den – auch bei Hash­i­mo­to, sofern die Schild­drü­se gut ein­ge­stellt ist und regel­mä­ßig kon­trol­liert wird. Bei Kon­troll­un­ter­su­chun­gen alle vier Wochen und ent­spre­chen­der Anpas­sung der Thy­ro­xin­do­sis stellt die Jod­ga­be in der Regel kein Pro­blem dar.

Selen spielt eben­falls eine Rol­le bei Hash­i­mo­to. Es gibt Hin­wei­se, dass eine Nah­rungs­er­gän­zung mit Selen zu einem Rück­gang der TPO-Anti­kör­per füh­ren kann. Die rou­ti­ne­mä­ßi­ge Anwen­dung in Schwan­ger­schaft und Kin­der­wunsch ist jedoch nicht unum­strit­ten. Wich­tig: Selen soll­te in der Schwan­ger­schaft nicht ohne Labor­un­ter­su­chung und ärzt­li­che Rück­spra­che hoch dosiert ein­ge­nom­men wer­den. Wenn du Selen ergän­zen möch­test, besprich dies mit dei­nem Arzt, der die Dosie­rung indi­vi­du­ell fest­le­gen und den Ver­lauf beglei­ten kann.

Lese­tipp: Mehr über wich­ti­ge Kin­der­wunsch-Vit­ami­ne erfährst du in unse­rem aus­führ­li­chen Arti­kel.

Tipps für dei­nen Kin­der­wunsch mit Hash­i­mo­to

Mit die­sen prak­ti­schen Tipps kannst du dei­ne Chan­cen auf eine Schwan­ger­schaft ver­bes­sern und das schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to unter­stüt­zen:

Lass dei­ne Schild­drü­se gründ­lich unter­su­chen. Nicht nur der TSH-Wert ist wich­tig. Lass auch fT3, fT4 und die TPO-Anti­kör­per bestim­men. Nur so kann dei­ne Ärz­tin oder dein Arzt die rich­ti­ge The­ra­pie fest­le­gen.

Fin­de einen Spe­zia­lis­ten. Ein Endo­kri­no­lo­ge oder eine Gynä­ko­lo­gin mit Erfah­rung in der Repro­duk­ti­ons­me­di­zin kann dich opti­mal betreu­en. Die Ein­stel­lung von Hash­i­mo­to bei Kin­der­wunsch erfor­dert Erfah­rung.

Sei gedul­dig. Die opti­ma­le Schild­drü­sen­ein­stel­lung kann meh­re­re Mona­te dau­ern. Nut­ze die­se Zeit, um dei­nen Kör­per best­mög­lich auf die Schwan­ger­schaft vor­zu­be­rei­ten.

Bestim­me dei­ne frucht­ba­ren Tage. Da Hash­i­mo­to den Zyklus beein­flus­sen kann, ist es beson­ders wich­tig, den Eisprung zu tra­cken. Zyklus­com­pu­ter kön­nen dabei hel­fen, auch bei unre­gel­mä­ßi­gen Zyklen die frucht­ba­ren Tage zu erken­nen.

Ach­te auf dei­ne Ernäh­rung. Eine ent­zün­dungs­hem­men­de Ernäh­rung kann Hash­i­mo­to posi­tiv beein­flus­sen. Redu­zie­re Zucker und ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel, erhö­he den Anteil an Gemü­se, Obst und Ome­ga-3-Fett­säu­ren.

Unter­stüt­ze dei­nen Kör­per. Neben den ärzt­lich ver­ord­ne­ten Medi­ka­men­ten kön­nen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel sinn­voll sein. Das Pimp my Eggs Pro­to­koll ent­hält vie­le Nähr­stof­fe, die auch bei Hash­i­mo­to hilf­reich sind.

Redu­zie­re Stress. Stress kann Hash­i­mo­to-Schü­be aus­lö­sen und den Hor­mon­haus­halt beein­flus­sen. Ent­span­nungs­tech­ni­ken wie Yoga, Medi­ta­ti­on oder Atem­übun­gen kön­nen hel­fen.

Wann soll­test du eine Kin­der­wunsch­kli­nik auf­su­chen?

Nicht immer reicht die opti­ma­le Schild­drü­sen­ein­stel­lung aus, um schwan­ger zu wer­den. Obwohl schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to grund­sätz­lich mög­lich ist, lie­gen bei man­chen Paa­ren zusätz­li­che Ursa­chen für die Kin­der­lo­sig­keit vor.

Du soll­test eine Kin­der­wunsch­kli­nik auf­su­chen, wenn du trotz gut ein­ge­stell­ter Schild­drü­se nach einem Jahr nicht schwan­ger wirst (bei Frau­en unter 35 Jah­ren) oder nach sechs Mona­ten kei­ne Schwan­ger­schaft ein­ge­tre­ten ist (bei Frau­en über 35 Jah­ren). Auch wenn du bereits Fehl­ge­bur­ten erlit­ten hast, ist eine Vor­stel­lung in einer Kin­der­wunsch­kli­nik sinn­voll.

In der Kin­der­wunsch­kli­nik kön­nen wei­te­re Unter­su­chun­gen durch­ge­führt wer­den, um mög­li­che zusätz­li­che Ursa­chen wie PCOSEndo­me­trio­se oder Eilei­ter­pro­ble­me zu erken­nen.

Auch wenn eine künst­li­che Befruch­tung nötig wird, ist eine gut ein­ge­stell­te Schild­drü­se die Grund­vor­aus­set­zung für den Erfolg der Behand­lung.

Lese­tipp: Anna wur­de trotz Hash­i­mo­to, Endo­me­trio­se und PCO natür­lich schwan­ger. Ihre Geschich­te zeigt, dass es immer Hoff­nung gibt.

Häu­fi­ge Fra­gen und Ant­wor­ten zu Hash­i­mo­to und Kin­der­wunsch

Wie lan­ge dau­ert es, mit Hash­i­mo­to schwan­ger zu wer­den?

Das ist sehr indi­vi­du­ell. Man­che Frau­en wer­den nach der rich­ti­gen Schild­drü­sen­ein­stel­lung schnell schwan­ger, ande­re brau­chen etwas län­ger. Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to kann manch­mal etwas mehr Zeit erfor­dern als ohne die Erkran­kung. Wich­tig ist, dass du dei­nem Kör­per nach der Ein­stel­lung etwa drei Mona­te Zeit gibst, sich zu sta­bi­li­sie­ren.

Kann ich mit Hash­i­mo­to schwan­ger wer­den?

Ja, abso­lut! Schwan­ger wer­den mit Hash­i­mo­to ist bei guter Schild­drü­sen­ein­stel­lung pro­blem­los mög­lich. Du kannst ganz nor­mal schwan­ger wer­den und gesun­de Kin­der bekom­men. Wich­tig ist, dass der TSH-Wert vor der Schwan­ger­schaft opti­mal ein­ge­stellt ist und regel­mä­ßig kon­trol­liert wird.

Wel­chen TSH-Wert soll­te ich bei Kin­der­wunsch haben?

Bei Kin­der­wunsch emp­feh­len vie­le Fach­ge­sell­schaf­ten einen TSH-Wert unter 2,5 mU/l. Bei Hash­i­mo­to mit posi­ti­ven Anti­kör­pern wird häu­fig ein Wert im unte­ren Norm­be­reich ange­strebt. Die genaue Ziel­span­ne soll­te aber immer indi­vi­du­ell mit dei­nem Arzt fest­ge­legt wer­den.

Wie lan­ge dau­ert es, bis die Schild­drü­se rich­tig ein­ge­stellt ist?

Die Ein­stel­lung kann eini­ge Mona­te dau­ern. In der Regel wer­den die Wer­te alle vier bis acht Wochen kon­trol­liert und die Dosis ent­spre­chend ange­passt, bis sta­bi­le Wer­te erreicht sind.

Erhöht Hash­i­mo­to das Fehl­ge­burts­ri­si­ko?

Eine unbe­han­del­te oder schlecht ein­ge­stell­te Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on erhöht das Fehl­ge­burts­ri­si­ko nach­weis­lich. Bei guter Hor­mon­ein­stel­lung lässt sich ein gro­ßer Teil die­ses Risi­kos redu­zie­ren. TPO-Anti­kör­per kön­nen jedoch unab­hän­gig von den Schild­drü­sen­wer­ten mit einem leicht erhöh­ten Risi­ko ver­bun­den sein.

Scha­den die Hash­i­mo­to-Anti­kör­per mei­nem Baby?

TPO-Anti­kör­per grei­fen die Schild­drü­se des Kin­des nicht direkt an – sie wer­den zwar über die Pla­zen­ta über­tra­gen, kön­nen aber die Schild­drü­sen­zel­len des Babys nicht zer­stö­ren. Aller­dings zei­gen Stu­di­en, dass TPO-Anti­kör­per unab­hän­gig von den Schild­drü­sen­wer­ten mit einem leicht erhöh­ten Risi­ko für Fehl- oder Früh­ge­bur­ten ver­bun­den sein kön­nen.

Kann Hash­i­mo­to mei­nen Zyklus beein­flus­sen?

Ja. Der Bedarf an Schild­drü­sen­hor­mo­nen steigt in der Schwan­ger­schaft um etwa 25 bis 50 Pro­zent. Vie­le Exper­ten emp­feh­len, nach Fest­stel­len der Schwan­ger­schaft die Dosis um etwa 25 bis 30 Pro­zent zu erhö­hen – das genaue Vor­ge­hen soll­test du aber immer mit dei­nem Arzt bespre­chen, da es von dei­ner bis­he­ri­gen Dosis abhängt.

Wel­cher Arzt ist für Hash­i­mo­to bei Kin­der­wunsch zustän­dig?

Der ers­te Ansprech­part­ner kann der Haus­arzt oder Gynä­ko­lo­ge sein. Bei Kin­der­wunsch ist die Zusam­men­ar­beit mit einem Endo­kri­no­lo­gen sinn­voll, der Erfah­rung mit der Schild­drü­sen­ein­stel­lung bei Kin­der­wunsch hat.

Medi­zi­ni­scher Hin­weis: Die­ser Arti­kel dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und ersetzt kei­ne ärzt­li­che Bera­tung. Bei Fra­gen zu Hash­i­mo­to und Kin­der­wunsch wen­de dich bit­te an dei­nen Arzt oder dei­ne Ärz­tin.

Quel­len

  1. Deut­sches Schild­drü­sen­zen­trum: Schild­drü­se und Kin­der­wunsch. 
    https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruese-und-kinderwunsch/
  2. Deut­sches Schild­drü­sen­zen­trum: Schild­drü­se und Schwan­ger­schaft. 
    https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruese-und-schwangerschaft/
  3. Deut­sches Schild­drü­sen­zen­trum: Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis – Schild­drü­sen­ent­zün­dung. 
    https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesenerkrankungen/entzuendungen-hashimoto/
  4. DEGAM (2023): S2k-Leit­li­nie Erhöh­ter TSH-Wert in der Haus­arzt­pra­xis. AWMF-Regis­ter­num­mer 053–046. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053–046
  5. Lunow, R.: Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis bei Kin­der­wunsch und Schwan­ger­schaft. 
    https://www.hashimoto-thyreoiditis.de/therapie/kinderwunsch-schwangerschaft
  6. Lunow, R.: Schild­drü­se und Schwan­ger­schaft – Pra­xis­kli­nik Born­heim. https://www.lunow.de/diagnostik/schilddruese/schilddruese-schwangerschaft
  7. Deut­sche Gesell­schaft für Endo­kri­no­lo­gie: Pati­en­ten­rat­ge­ber Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis 
    https://www.endokrinologie.net/
  8. Pop­pe, K. et al. (2020): Euro­pean Thy­ro­id Asso­cia­ti­on Gui­de­line on Thy­ro­id Dis­or­ders pri­or to and during Assis­ted Repro­duc­tion. Euro­pean Thy­ro­id Jour­nal.
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