Positiver Schwangerschaftstest – 10 Dinge, die du jetzt tun solltest
Du hältst den Schwangerschaftstest in der Hand, und da ist sie: die zweite Linie. Nach all dem Warten, Hoffen und vielleicht auch Bangen – du bist schwanger! Erstmal tief durchatmen. Ob du jetzt vor Freude weinst, dich ungläubig fragst, ob das wirklich wahr ist, oder einfach nur überwältigt bist – all diese Gefühle sind absolut normal.
Vielleicht hast du lange auf diesen Moment gewartet. Vielleicht kam er auch etwas überraschend. Was auch immer gerade in dir vorgeht: Du bist nicht allein, und wir sind hier, um dich auf diesem besonderen Weg zu begleiten.
Doch nach der ersten Aufregung kommt schnell die Frage: Was mache ich jetzt eigentlich? Keine Sorge – in diesem Artikel erfährst du die 10 wichtigsten Dinge, die du nach einem positiven Schwangerschaftstest tun solltest.
Nimm dir einen Moment Zeit für dich
Bevor du irgendetwas tust: Halte inne. Ein positiver Schwangerschaftstest ist ein lebensverändernder Moment, und es ist völlig in Ordnung, wenn du erstmal Zeit brauchst, um das zu verarbeiten.
Vielleicht möchtest du die Nachricht direkt mit deinem Partner teilen, oder du behältst sie noch einen Moment für dich. Beides ist richtig. Lass dich nicht unter Druck setzen – weder von dir selbst noch von anderen.
Übrigens: Die alte Empfehlung, die Schwangerschaft bis zur 12. Woche geheim zu halten, wird heute nicht mehr pauschal empfohlen. Denn sollte es zu einem Verlust kommen, hilft Geheimhaltung nicht gegen die Trauer – im Gegenteil, sie kann dazu führen, dass du dich allein fühlst. Entscheide selbst, wann und wem du es erzählen möchtest.
Lesetipp: Verdunstungslinie beim Schwangerschaftstest oder positives Ergebnis?
Starte direkt mit Schwangerschaftsvitaminen
Ganz wichtig ist jetzt die Einnahme von Folsäure. Die Empfehlung lautet: mindestens 400 Mikrogramm pro Tag, besser sogar 800 Mikrogramm, wenn du vorher noch keine Folsäure eingenommen hast. Folsäure ist einer der wichtigsten Nährstoffe in der Frühschwangerschaft und trägt zur normalen Entwicklung des Neuralrohrs bei.
Lesetipp:
Schwangerschaftsvitamine — Welche du wirklich brauchst
Gut zu wissen: Nicht alle Menschen können Folsäure gleich gut verwerten. Wenn du unsicher bist, können Präparate mit “aktivierter” Folsäure (Methylfolat) eine sinnvolle Alternative sein.
Insgesamt steigt dein Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft deutlich an. Neben Folsäure sind vor allem diese Nährstoffe wichtig:
- Vitamin D
- B‑Vitamine (besonders B12)
- Omega-3-Fettsäuren (DHA)
- Eisen
- Jod
Gut zusammengesetzte Kombipräparate für Schwangere können sinnvoll sein, um alle wichtigen Nährstoffe abzudecken. Sprich bei deinem ersten Frauenarzttermin darüber, welches Präparat für dich geeignet ist.
Passe deine Ernährung an
Spätestens jetzt solltest du einige Änderungen in deiner Ernährung vornehmen, um dich und dein Baby zu schützen:
Das solltest du meiden:
- Alkohol – auch kein “kleines Glas”. Es gibt keine sichere Menge Alkohol in der Schwangerschaft.
- Rauchen und Vapen – beides schadet der Entwicklung deines Babys erheblich.
- Koffein reduzieren – maximal etwa 200 mg pro Tag, das entspricht ungefähr zwei Tassen Kaffee.
- Rohe und halbgare Lebensmittel – kein rohes Fleisch, keinen rohen Fisch, keine Rohmilchprodukte und keine rohen Eier. Stichworte hier sind Listerien, Toxoplasmose und Salmonellen.
Das solltest du beachten:
- Obst und Gemüse immer gründlich waschen
- Fleisch gut durchgaren
- Auf Hygiene in der Küche achten
Wenn du vor der Schwangerschaft Pimp my Eggs-Präparate eingenommen hast, kannst du nun auf Schwangerschaftsvitamine umsteigen. Coenzym Q10 wird in der Schwangerschaft nicht mehr empfohlen.
Überprüfe deine Medikamente
Viele Medikamente sind in der Schwangerschaft nicht ausreichend untersucht, nicht empfohlen oder sogar schädlich für dein Baby. Deshalb ist es wichtig, alle Medikamente zu überprüfen – auch rezeptfreie Mittel wie Schmerzmittel, Erkältungsmedikamente oder pflanzliche Präparate.
Wichtig: Setze keine Medikamente eigenmächtig ab, besonders nicht bei chronischen Erkrankungen! Besprich mit deinem Arzt, welche Medikamente du weiter nehmen kannst und welche Alternativen es gibt.
Hilfreich ist die Datenbank Embryotox – dort findest du wissenschaftlich fundierte Informationen zur Verträglichkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft.
Vereinbare einen Termin beim Frauenarzt
Nach dem positiven Schwangerschaftstest solltest du zeitnah einen Termin bei deinem Frauenarzt vereinbaren. Die meisten Praxen bieten den ersten Termin zwischen der 6. und 8. Schwangerschaftswoche an – zu diesem Zeitpunkt kann per Ultraschall überprüft werden, ob sich die Schwangerschaft gut eingenistet hat.
Beim ersten Termin passiert Folgendes:
- Bestätigung der Schwangerschaft
- Erster Ultraschall (meist vaginal)
- Berechnung des voraussichtlichen Geburtstermins
- Anlegen des Mutterpasses
- Besprechung der kommenden Vorsorgeuntersuchungen
Du weißt nicht genau, in welcher Schwangerschaftswoche du bist? Die Berechnung beginnt am ersten Tag deiner letzten Regelblutung. Bei einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus bist du zum Zeitpunkt eines positiven Tests meist in der 4. oder 5. Schwangerschaftswoche.
Beuge Infektionen vor
In der Schwangerschaft ist dein Immunsystem leicht verändert, was das Infektionsrisiko insgesamt erhöht. Besonders bakterielle Infektionen im Vaginalbereich können problematisch werden und das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.
Praktische Tipps:
- Wenn du zu vaginalen Infektionen neigst, kann es sinnvoll sein, beim Sex Kondome zu verwenden
- Auf gute Intimhygiene achten, aber nicht übertreiben (klares Wasser reicht)
- Bei Anzeichen einer Infektion frühzeitig zum Arzt gehen
Behalte CMV (Zytomegalievirus) im Hinterkopf
Vielleicht hast du noch nie von CMV gehört – dabei ist das Zytomegalievirus die häufigste infektiöse Ursache für angeborene Behinderungen wie Hörstörungen bei Kindern.
Das Virus wird hauptsächlich durch Speichel und Urin übertragen, und besonders Kleinkinder unter drei Jahren scheiden große Mengen des Virus aus. Als Schwangere solltest du deshalb einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
Hygienemaßnahmen zum Schutz vor CMV:
- Nach dem Füttern von Kleinkindern Hände waschen
- Kleinkinder nicht auf den Mund küssen
- Essensreste von Kleinkindern nicht aufessen
- Schnuller nicht in den eigenen Mund nehmen
- Nach dem Windelwechseln gründlich Hände waschen
Gut zu wissen: Du kannst bei deinem Frauenarzt deinen CMV-Status testen lassen. Wenn du bereits Antikörper hast (seropositiv), bist du vor einer Erstinfektion geschützt. Diese Untersuchung ist aktuell eine IGeL-Leistung und muss selbst bezahlt werden.
Suche frühzeitig eine Hebamme
Dieser Tipp klingt vielleicht überraschend früh, aber: Beginne jetzt schon mit der Hebammensuche! Gute Hebammen sind sehr gefragt, besonders in Großstädten und dünn besiedelten Regionen. Viele sind schon Monate im Voraus ausgebucht.
Eine Hebamme kann dich durch die gesamte Schwangerschaft begleiten, Vorsorgeuntersuchungen durchführen (auch als Ergänzung zum Frauenarzt), einen Geburtsvorbereitungskurs anbieten und dir in den ersten Wochen nach der Geburt bei der Wochenbettbetreuung zur Seite stehen.
Tipps für die Hebammensuche:
- Frag in deiner Frauenarztpraxis nach Empfehlungen
- Nutze Online-Portale zur Hebammensuche
- Frag Freundinnen oder in lokalen Mama-Gruppen
- Schreib mehrere Hebammen gleichzeitig an – das ist völlig normal
Bei der Kontaktaufnahme solltest du folgende Informationen angeben: deinen Wohnort, den errechneten Geburtstermin und um welche Schwangerschaft es sich handelt.
Informiere deinen Arbeitgeber (wenn du möchtest)
Du bist nicht gesetzlich verpflichtet, deinen Arbeitgeber sofort über die Schwangerschaft zu informieren. Viele Frauen warten bis nach der 12. Woche. Es kann aber sinnvoll sein, früher Bescheid zu geben, wenn:
- Dein Job körperlich anstrengend ist
- Du mit Gefahrstoffen oder Krankheitserregern in Kontakt kommst
- Du unter Übelkeit oder anderen Beschwerden leidest
Gut zu wissen: Sobald dein Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß, greift der Mutterschutz. Das bedeutet besonderen Kündigungsschutz und Schutzvorschriften am Arbeitsplatz.
Das Mutterschaftsgeld kannst du frühestens sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beantragen. Dafür erhältst du von deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin.
Genieße diese besondere Zeit
Nach all den praktischen Tipps noch etwas Wichtiges: Vergiss nicht, diese besondere Zeit auch zu genießen. Nach einem langen Kinderwunsch-Weg kann es manchmal schwer sein, die Schwangerschaft unbeschwert zu erleben. Sorgen und Ängste sind normal – aber versuche auch, die schönen Momente wahrzunehmen.
Du hast so viel geschafft, um an diesem Punkt zu sein. Sei stolz auf dich und vertraue darauf, dass dein Körper weiß, was er tut.
Wir von Wegweiser Kinderwunsch begleiten dich gerne weiter auf deinem Weg. Es gibt viele Möglichkeiten zur Elternschaft – und du hast einen wichtigen Schritt auf deinem ganz persönlichen Weg geschafft.
Häufige Fragen zum positiven Schwangerschaftstest
Wie sicher ist ein positiver Schwangerschaftstest?
Ein positiver Schwangerschaftstest ist zu über 99 Prozent zuverlässig, wenn er ab dem ersten Tag der ausbleibenden Periode durchgeführt wird. Falsch positive Ergebnisse sind sehr selten und können z.B. nach einer Kinderwunschbehandlung mit hCG-Spritzen auftreten.
Wann sollte ich nach einem positiven Schwangerschaftstest zum Frauenarzt gehen?
Der beste Zeitpunkt für den ersten Frauenarzttermin ist zwischen der 6. und 8. Schwangerschaftswoche. Dann ist per Ultraschall bereits der Herzschlag erkennbar und die Schwangerschaft kann bestätigt werden.
Kann ich nach einem positiven Test noch Sport machen?
Ja, moderate Bewegung ist in der Schwangerschaft sogar empfehlenswert. Vermeide jedoch Sportarten mit hohem Sturz- oder Verletzungsrisiko und extreme Belastungen. Sprich bei Unsicherheiten mit deinem Frauenarzt.
Was, wenn ich vor dem positiven Schwangerschaftstest Alkohol getrunken habe?
Mach dir keine Vorwürfe! Viele Frauen erfahren erst in der 5. oder 6. Woche von ihrer Schwangerschaft. Wichtig ist, dass du ab jetzt auf Alkohol verzichtest. In den meisten Fällen hat gelegentlicher Alkoholkonsum in den ersten Wochen keine Auswirkungen.
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