Zel­lu­li­tis und Frucht­bar­keit: Gibt es einen Zusam­men­hang?

Frau mit Zellulitis vor dem Spiegel

Du hast Zel­lu­li­tis und fragst dich, ob das dei­ne Chan­cen schwan­ger zu wer­den beein­flusst? Die­se Fra­ge beschäf­tigt vie­le Frau­en mit Kin­der­wunsch. In die­sem Arti­kel erfährst du, was wirk­lich hin­ter dem ver­mu­te­ten Zusam­men­hang zwi­schen Zel­lu­li­tis und Frucht­bar­keit steckt.

Was ist Zel­lu­li­tis eigent­lich?

Zel­lu­li­tis – auch als Oran­gen­haut bekannt – bezeich­net die del­len­för­mi­gen Ver­än­de­run­gen der Haut, die vor allem an Ober­schen­keln, Po und Hüf­ten auf­tre­ten. Die­se Haut­struk­tur ist völ­lig nor­mal und betrifft etwa 80 bis 90 Pro­zent aller Frau­en, unab­hän­gig von Gewicht oder Fit­ness.

Bei Zel­lu­li­tis han­delt es sich um eine Ver­än­de­rung des Unter­haut­fett­ge­we­bes. Die Fett­zel­len ver­grö­ßern sich und drü­cken gegen das dar­über­lie­gen­de Bin­de­ge­we­be, wodurch die typi­sche Del­len­bil­dung ent­steht. Hor­mo­ne, gene­ti­sche Ver­an­la­gung und die Struk­tur des weib­li­chen Bin­de­ge­we­bes spie­len dabei eine wich­ti­ge Rol­le.

Wich­tig zu wis­sen: Zel­lu­li­tis ist kei­ne Krank­heit, son­dern eine natür­li­che Eigen­schaft des weib­li­chen Kör­pers.

Kann Zel­lu­li­tis die Frucht­bar­keit beein­flus­sen?

Die kur­ze Ant­wort: Nein, Zel­lu­li­tis selbst hat kei­nen direk­ten Ein­fluss auf dei­ne Frucht­bar­keit. Es gibt kei­ne wis­sen­schaft­li­chen Bele­ge dafür, dass die Haut­struk­tur oder Oran­gen­haut die Fähig­keit schwan­ger zu wer­den beein­träch­tigt.

Zel­lu­li­tis ist ein rein kos­me­ti­sches Phä­no­men, das sich auf die ober­fläch­li­che Haut­schicht beschränkt. Dei­ne Eier­stö­cke, Eilei­ter, Gebär­mut­ter und der Hor­mon­haus­halt – also alle Fak­to­ren, die für eine Schwan­ger­schaft wich­tig sind – wer­den durch Zel­lu­li­tis nicht beein­flusst.

Wenn du dich fragst war­um wer­de ich nicht schwan­ger, dann liegt die Ursa­che mit gro­ßer Sicher­heit nicht an dei­ner Zel­lu­li­tis.

Der wah­re Zusam­men­hang: Was steckt dahin­ter?

Auch wenn Zel­lu­li­tis selbst die Frucht­bar­keit nicht beein­träch­tigt, gibt es bestimm­te Fak­to­ren, die sowohl Zel­lu­li­tis als auch einen uner­füll­ten Kin­der­wunsch begüns­ti­gen kön­nen. Die­se Fak­to­ren wir­ken par­al­lel, ohne dass ein direk­ter kau­sa­ler Zusam­men­hang besteht.

Hor­mo­nel­les Ungleich­ge­wicht

Hor­mo­ne wie Östro­gen beein­flus­sen sowohl die Ent­wick­lung von Zel­lu­li­tis als auch die Frucht­bar­keit. Ein erhöh­ter Östro­gen­spie­gel kann die Bil­dung von Zel­lu­li­tis för­dern und gleich­zei­tig den Eisprung beein­träch­ti­gen. Auch ande­re hor­mo­nel­le Stö­run­gen wie das PCO-Syn­drom kön­nen sich auf bei­de Berei­che aus­wir­ken.

Über­ge­wicht und Kör­per­fett­an­teil

Ein erhöh­ter Kör­per­fett­an­teil kann Zel­lu­li­tis ver­stär­ken und gleich­zei­tig die Frucht­bar­keit beein­flus­sen. Über­ge­wicht kann zu hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen füh­ren, die den Eisprung stö­ren und die Emp­fäng­nis­be­reit­schaft redu­zie­ren. Aller­dings haben auch vie­le schlan­ke Frau­en Zel­lu­li­tis ohne jeg­li­che Frucht­bar­keits­pro­ble­me.

Durch­blu­tung und Stoff­wech­sel

Eine ein­ge­schränk­te Durch­blu­tung im Gewe­be kann die Bil­dung von Zel­lu­li­tis begüns­ti­gen. Gleich­zei­tig ist eine gute Durch­blu­tung wich­tig für die Ver­sor­gung der Fort­pflan­zungs­or­ga­ne. Ein trä­ger Stoff­wech­sel kann sich daher theo­re­tisch auf bei­de Berei­che aus­wir­ken.

Fak­to­ren, die sowohl Zel­lu­li­tis als auch die Frucht­bar­keit beein­flus­sen kön­nen

Insu­lin­re­sis­tenz und PCO-Syn­drom

Das poly­zys­ti­sche Ova­ri­al­syn­drom (PCOS) ist eine der häu­figs­ten Ursa­chen für uner­füll­ten Kin­der­wunsch. Frau­en mit PCOS haben oft einen erhöh­ten Insu­lin­spie­gel, der sowohl die Bil­dung von Zel­lu­li­tis för­dern als auch den Eisprung beein­träch­ti­gen kann.

Bei PCOS sind die hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen der eigent­li­che Grund für Frucht­bar­keits­pro­ble­me – nicht die Zel­lu­li­tis selbst. Wenn du ver­mu­test, dass du PCOS haben könn­test, soll­test du mit dei­nem Gynä­ko­lo­gen dar­über spre­chen.

Ent­zün­dungs­pro­zes­se im Kör­per

Chro­ni­sche, unter­schwel­li­ge Ent­zün­dun­gen im Kör­per kön­nen sowohl die Haut­struk­tur als auch die Frucht­bar­keit beein­flus­sen. Die­se Ent­zün­dun­gen ent­ste­hen oft durch unge­sun­de Ernäh­rung, Stress oder Bewe­gungs­man­gel.

Lebens­stil und Ernäh­rung

Bestimm­te Lebens­ge­wohn­hei­ten wir­ken sich auf ver­schie­de­ne Berei­che dei­nes Kör­pers aus. Eine nähr­stoff­ar­me Ernäh­rung, zu wenig Bewe­gung oder chro­ni­scher Stress kön­nen sowohl die Haut­ge­sund­heit als auch die Frucht­bar­keit beein­träch­ti­gen.

Was du für dei­ne Frucht­bar­keit tun kannst

Wenn du schwan­ger wer­den möch­test, soll­test du dich auf die Fak­to­ren kon­zen­trie­ren, die dei­ne Frucht­bar­keit tat­säch­lich unter­stüt­zen – unab­hän­gig davon, ob du Zel­lu­li­tis hast oder nicht.

Aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung

Eine nähr­stoff­rei­che Ernäh­rung unter­stützt dei­nen Hor­mon­haus­halt und dei­ne Frucht­bar­keit. Ach­te auf aus­rei­chend Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe und gesun­de Fet­te. Beson­ders wich­tig sind Fol­säu­re, Ome­ga-3-Fett­säu­ren, Vit­amin D und Eisen.

Gesun­des Kör­per­ge­wicht

Sowohl Unter- als auch Über­ge­wicht kön­nen die Frucht­bar­keit beein­träch­ti­gen. Ein gesun­des Kör­per­ge­wicht im indi­vi­du­el­len Nor­mal­be­reich unter­stützt einen regel­mä­ßi­gen Zyklus und erhöht die Chan­cen auf eine Schwan­ger­schaft.

Regel­mä­ßi­ge Bewe­gung

Sport för­dert die Durch­blu­tung, regu­liert den Hor­mon­haus­halt und kann Stress abbau­en. Du musst kei­ne Hoch­leis­tungs­sport­le­rin sein – bereits mode­ra­te Bewe­gung wie Spa­zier­gän­ge, Schwim­men oder Yoga kön­nen einen posi­ti­ven Effekt haben.

Stress­ma­nage­ment

Chro­ni­scher Stress kann dei­nen Zyklus durch­ein­an­der­brin­gen und die Frucht­bar­keit beein­träch­ti­gen. Fin­de Wege, um Stress abzu­bau­en, sei es durch Medi­ta­ti­on, Acht­sam­keits­übun­gen oder Zeit für dich selbst.

Zyklus­be­ob­ach­tung

Ler­ne dei­nen Zyklus ken­nen und fin­de her­aus, wann dei­ne frucht­ba­ren Tage sind. Ein Zyklus­com­pu­ter kann dir dabei hel­fen, den opti­ma­len Zeit­punkt für eine Emp­fäng­nis zu bestim­men. Auch die Tem­pe­ra­tur­me­tho­de oder Ovu­la­ti­ons­tests sind hilf­rei­che Werk­zeu­ge für die natür­li­che Fami­li­en­pla­nung.

Wann du ärzt­li­che Unter­stüt­zung suchen soll­test

Wenn du schon län­ger als ein Jahr ver­suchst schwan­ger zu wer­den (oder län­ger als sechs Mona­te, wenn du über 35 bist), ist es sinn­voll, mit dei­nem Gynä­ko­lo­gen zu spre­chen. Auch bei unre­gel­mä­ßi­gen Zyklen, star­ken Schmer­zen oder ande­ren Beschwer­den soll­test du dich unter­su­chen las­sen.

Ein Arzt kann mög­li­che Ursa­chen für einen uner­füll­ten Kin­der­wunsch abklä­ren – von hor­mo­nel­len Stö­run­gen über ana­to­mi­sche Beson­der­hei­ten bis hin zu ande­ren medi­zi­ni­schen Fak­to­ren. Die Zel­lu­li­tis selbst wird dabei kei­ne Rol­le spie­len.

Fazit: Zel­lu­li­tis ist kein Hin­der­nis auf dem Weg zum Wunsch­kind

Lass dich nicht von Mythen ver­un­si­chern. Zel­lu­li­tis hat kei­nen direk­ten Ein­fluss auf dei­ne Fähig­keit schwan­ger zu wer­den. Kon­zen­trie­re dich statt­des­sen auf die Fak­to­ren, die dei­ne Frucht­bar­keit wirk­lich unter­stüt­zen – eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung, aus­rei­chend Bewe­gung, Stress­ab­bau und ein gesun­der Lebens­stil.

Wenn du dir Sor­gen um dei­ne Frucht­bar­keit machst oder schon län­ger ver­suchst schwan­ger zu wer­den, sprich mit dei­nem Gynä­ko­lo­gen. Gemein­sam könnt ihr mög­li­che Ursa­chen abklä­ren und den bes­ten Weg für dich fin­den. Zel­lu­li­tis wird dabei kei­ne Rol­le spie­len – sie ist ein­fach nur ein natür­li­cher Teil vie­ler weib­li­cher Kör­per.

Häu­fi­ge Fra­gen zu Zel­lu­li­tis und Frucht­bar­keit

Ver­hin­dert Zel­lu­li­tis, dass ich schwan­ger wer­de?

Nein. Zel­lu­li­tis hat kei­nen direk­ten Ein­fluss auf dei­ne Frucht­bar­keit. Es han­delt sich um eine kos­me­ti­sche Eigen­schaft der Haut, die die Funk­ti­on dei­ner Fort­pflan­zungs­or­ga­ne nicht beein­träch­tigt.

Muss ich Zel­lu­li­tis behan­deln, um schwan­ger zu wer­den?

Nein, das ist nicht not­wen­dig. Wenn du dich mit dei­ner Zel­lu­li­tis unwohl fühlst, kannst du natür­lich etwas dage­gen unter­neh­men. Für dei­nen Kin­der­wunsch ist das aber nicht rele­vant.

Kann Zel­lu­li­tis auf hor­mo­nel­le Pro­ble­me hin­wei­sen?

In eini­gen Fäl­len kann aus­ge­präg­te Zel­lu­li­tis zusam­men mit ande­ren Sym­pto­men auf hor­mo­nel­le Ungleich­ge­wich­te hin­wei­sen. Wenn du zusätz­lich Zyklus­stö­run­gen, star­ke Gewichts­schwan­kun­gen oder ande­re Beschwer­den hast, soll­test du das mit dei­nem Arzt bespre­chen.

Ver­schwin­det Zel­lu­li­tis wäh­rend der Schwan­ger­schaft?

Wäh­rend der Schwan­ger­schaft kön­nen sich die hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen unter­schied­lich auf die Zel­lu­li­tis aus­wir­ken. Bei man­chen Frau­en wird sie weni­ger sicht­bar, bei ande­ren kann sie sich ver­stär­ken. Das ist völ­lig nor­mal und kein Grund zur Sor­ge.

Gibt es Cremes gegen Zel­lu­li­tis, die ich bei Kin­der­wunsch nicht ver­wen­den soll­te?

Die meis­ten Cremes sind unbe­denk­lich. Wenn du unsi­cher bist, schau auf die Inhalts­stof­fe oder fra­ge dei­nen Arzt. Beson­ders bei Pro­duk­ten mit Kof­fe­in oder Reti­nol kann eine Rück­spra­che sinn­voll sein.

Kann ich trotz Zel­lu­li­tis natür­lich schwan­ger wer­den?

Ja, abso­lut! Zel­lu­li­tis ist kein Hin­der­nis für eine natür­li­che Schwan­ger­schaft. Vie­le Frau­en mit Zel­lu­li­tis wer­den pro­blem­los schwan­ger. Die Haut­struk­tur hat kei­nen Ein­fluss auf dei­ne Emp­fäng­nis­fä­hig­keit.

Claudia
Aut­hor: Clau­dia

Clau­dia hat über 10 Jah­re Kin­der­wunsch-Erfah­rung — sie ist Endo­me­trio­se-Figh­te­rin, IVF-Ken­ne­rin, ICSI-Schwes­ter, Pimp my Eggs Befür­wor­te­rin und Initia­to­rin der Kin­der­wunsch-Bewe­gung #1von7

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert